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Nachgefragt: Mit Gender Mainstreaming zu mehr Chancengleichheit? – 3 Fragen an Petra Landwehr und Felix Eichhorn zum E-Learning-Kurs.

Im Juni und Juli 2015 hatten mehr als 50 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Kommunal- und Landesverwaltungen, Hochschulen, Kliniken und Forschungseinrichtungen Baden Württembergs die Möglichkeit, sich zum Thema Gender Mainstreaming in einem E-Learning Kurs fortzubilden. Gender Mainstreaming sollte als Instrument zur Überprüfung von Strukturen und als Impulsgeber für Geschlechtergerechtigkeit am jeweiligen Arbeitsplatz bekannt gemacht werden. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer befassten sich mit dem Konzept Gender Mainstreaming (GM), chatteten mit ExpertInnen und tauschten sich mit anderen Teilnehmenden in der virtuellen Caféteria aus. Petra Landwehr, Sekretariat Germanistische Linguistik der Uni Freiburg und Felix Eichhorn, Stabsstelle Gender and Diversity, Uni Freiburg, schildern ihre Eindrücke.

Was hat Sie motiviert, an dem E-Learning-Kurs Gender Mainstreaming der Landeszentrale für politische Bildung BW teilzunehmen?

Petra Landwehr: Ich bin seit längerem Mitglied der Senatskommission „Gleichstellungsfragen“ unter Leitung von Frau Prof. Dr. Riescher und hatte so eine vage Vorstellung von GM – die ging auch eher in Richtung Frauenförderung und Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Ich wollte mir einen soliden „Unterbau“ und mehr theoretisches Wissen über GM aneignen, das war meine Hauptmotivation.

Eichorn

Felix Eichhorn: Gender- beziehungsweise Diversity Mainstreaming ist das, was wir mit unserer Arbeit in der Stabsstelle Gender and Diversity erreichen wollen. Um Gleichstellung – egal im Hinblick auf welche Diversity-Dimension – umzusetzen, reicht es als Organisation nicht, dass man eine Abteilung dafür hat. Vielmehr muss jede_r ein_e Diversity Manager_in sein. Das Tagesgeschäft ist bei uns als strategischer Stelle oft recht abstrakt, umso mehr haben mich Methoden für die konkrete Umsetzung interessiert.

Welche Erfahrungen haben Sie mit der Methode E-Learning in diesem Kurs gemacht?

Petra Landwehr: Grundsätzlich begrüße ich die Möglichkeit, an so einem Kurs online teilnehmen zu können und flexibel zu sein, was den Einsatz an Zeit neben der Berufstätigkeit angeht. Die Auftaktveranstaltung in Stuttgart fand an einem Nachmittag statt, das fand ich ein wenig schade, denn man hatte aufgrund des engen Zeitrahmens wenig Gelegenheit, sich persönlich auszutauschen. Schwierig fand ich die Möglichkeit, sich über den Chat auszutauschen und mit Experten zu diskutieren. Das liegt aber eher an meiner mangelnden Erfahrung mit diesem Medium und der verzögerten Kommunikation. Grundsätzlich war die Betreuung durch die beiden Kursleiterinnen sehr gut und wir wurden mit sehr viel weiterführender Literatur und Beispielen aus der Praxis versorgt. Es hat echt auch Spaß gemacht!

Felix Eichhorn: E-Learning als Methode fand ich einerseits gut, da man immer dann, wenn man gerade Zeit hatte, arbeiten konnte. Andererseits fiel es mir bisweilen schwer, den recht umfangreichen Diskussionen im Forum zu folgen. Ich glaube, dass hier noch mehr Präsenzveranstaltungen in Videokonferenzräumen hilfreich wären.

Wie können Sie das, was Sie in dem Kurs Gender Maistreaming gelernt haben, in Ihren Arbeitsbereich integrieren?

Petra Landwehr: Das wird sich zeigen – auf jeden Fall ist mein Blick geschärft für das Thema und vielleicht lässt sich für die Statusgruppe „Administration und Technik“ hier an der Uni das ein oder andere umsetzen.

Felix Eichhorn: Da ich mich hauptberuflich mit Gleichstellung beschäftige, waren einige Inhalte einfach eine gute Auffrischung. Andere waren für mich recht neu – zum Beispiel die Analysemethoden, wie etwa die 3-R-Methode.* Derzeit beschäftige ich mich umfangreich mit gleichstellungsrelevanten Kennzahlen und werde sie sicherlich dabei anwenden.

 

*Die 3-R Methode ist ein in Schweden entwickeltes Instrument für die Analyse der Ausgangssituation anhand der drei Fragen nach der Repräsentation, nach der Verteilung von Ressourcen und nach der Realität von Frauen und Männern. Mit der Methode lassen sich Unterschiede in den Zielgruppen und Ursachen für mangelnde Gleichstellung relativ einfach erfassen.